Und weiter geht es mit der Geschichte ...

1927 Gründung der Wassergenossenschaft Winkel

Am 19. September 1927 wurde die Wasserleitungsgenossenschaft Winkel gegründet,  welche  die  Versorgung  der  Straßen  „Winkel“  und „Schützenplatz“ übernahm. Nach der Wasserleitungsordnung wurde jedes Mitglied verpflichtet, der Verwaltung genaue Mitteilung zu machen für welche Zwecke das Wasser benutzt werden soll. Eine Verbindung des Wasserleitungsnetzes mit Dampfkesselanlagen, Badeeinrichtungen oder Spülungen, darf nicht stattfinden. Jedes Mitglied zahlte bei Eintritt einer Anschlussleitung zwischen 225 und 325 RM. Dieses Geld (1932 = ca. 11.000 RM) wurde als Reservefond zurückgelegt. Das Wasser wurde östlichaußerhalb der Ortschaft auf 2 Grundstücken über Quellen und Sickerleitungen entnommen und in einem Sammelbehälter aufgefangen. Von dem Sammelbehälter aus führte eine Rohrleitung das Wasser einem Hochbehälter zu, der auf dem Grundstück Deppe steht. Die Wassergenossenschaft Winkel wurden am 22.9.1972 aufgelöst. 13 von 58 ehemaligen Mitgliedern trafen sich und beschlossen die Auflösung einstimmig.

 

Wasserdruck unzureichend

Die Druckverhältnisse vom Hochbehälter zu den Entnahmestellen waren sehr unzureichend und betrugen etwa 0,2 bar. Dieser geringe Druck wurde immer nachteiliger für die Wohnhäuser. Aus diesem Grunde entschloss man sich 1956 einen neuen Hochbehälter (Am Birkenberg) mit 50 m³ Nutzinhalt und eine Pumpstation neben dem Sammelbehälter (auf dem Grundstück Deppe) mit 11 m³ Fassungsvermögen zu bauen. Wassergeld wurde erstmals im Jahre 1937 erhoben. Es wurde pauschal für: die Person = 1,00 RM, Kühe = 0,40 RM, Schweine = 0,20 RM, Ziegen = 0,10 RM.

 

Versorgung wird zentralisiert

Der südlich der Oder liegende Ortsteil Wulftens weitete sich immer weiter aus und die Wasserversorgung durch Einzelbrunnen erforderte dringende Maßnahmen. Diese wurden der Gemeinde von höheren Verwaltungsstellen immer wieder zu Auflage gemacht. Aus diesem Grunde wurde 1968 eine Probebohrung am Rotenberg mit gutem Erfolg durchgeführt. Nunmehr entschloss sich die politische Gemeinde für den Ortsteil südlich der Oder eine Gemeindewasserleitung zu  bauen. Die Versorgungsanlagen, wie der   62 m tiefe Brunnen, der Hochbehälter auf dem 263 m hohen Bilshäuser Kopf und die Hauptversorgungsleitung wurden schon für die Versorgung des ganzen Dorfes aufgerichtet.

Die Genossenschaften Winkel und auch im Oberdorf hatten kein einwandfreies Wasser mehr. Außerdem war die Wasserentnahme von der Aufsichtsbehörde befristet genehmigt, und zwar im Oberdorf bis zum 31.12.1969 und im Winkel bis zum 31.10.1970. Aus diesen Gründen konnten die Vorstände der beiden Genossenschaften nicht mehr umhin, ihren Genossen einen Beitritt zum neu zu gründenden Wasserbeschaffungsverband zu empfehlen.

Am Rotenberg, das Trinkwasser wird hier zum Hochbehälter gepumpt.

Gründung des Wasserbeschaffungsverbandes zum 1. Januar 1971

Der Gemeinde waren in mehreren Anordnungen die Gründung eines Wasserbeschaffungsverbandes zur Auflage gemacht worden. Die Gründungsversammlung des Wasserbeschaffungsverbandes Wulften fand am 17.12.1970 in der Gastwirtschaft Dybowski statt. Es waren 252 Mitglieder anwesend. Bei der Abstimmung ergab sich nur eine Gegenstimme, und somit war der Wasserbeschaffungsverband zum 1. Januar 1971 gegründet. In dem erstmals gewählten Ausschuss wurden 4 Mitglieder vom Oberdorf, 2 Mitglieder vom Winkel und 3 Mitglieder vom Südteil gewählt, und zwar: Willi Ehrhardt, Heinrich Bode, Hermann Mißling, Hermann Piepenschneider, August Lohmann, Günter Leubner, Gustav Waßmann, Enno Bierwirth und Ewald Beushausen. Am 22.12.1970 wurde vom Ausschuss folgender Vorstand gewählt: Verbandsvorsteher: Rechtsanwalt Hermann Fischer, Vorstandsmitglieder: Walter Mönnich, Heinrich Lohrengel, Willi Waßmann und Gustav Thiele.

Weitere Brunnenbohrungen

1975 wurde ein weiterer Brunnen am Rotenberg gebaut. Somit schien die Wasserversorgung für lange Zeit gesichert. Aber 1980 wurden immer wieder erhöhte Arsenwerte gemessen. Der Landkreis Osterode als Aufsichtsbehörde forderte vom WBV, sich um arsenfreies Wasser zu bemühen. Es wurden Kontakte nach Hattorf, Herzberg und Duderstadt geknüpft, um festzustellen, ob ein Fremdwasserbezug für Wulften möglich war. Auch wurden Probebohrungen in der Gemeinde vorgenommen, um auch hier arsenfreies Wasser zu finden.

 

Aus allen Träumen gerissen

Im Jahre 1983 wurde der Verband aus allen Träumen gerissen. Bei den durchgeführten Wasserproben wurden im Trinkwasser über dem Grenzwert liegende Arsenwerte festgestellt. Am 02.09.1983 wurde vom Landkreis Osterode angeordnet, dass Wasser aus den Tiefenbrunnen 1 und 2 nicht mehr als Trink- und Kochwasser abgegeben werden darf, um drohende Nachteile für Leben und Gesundheit der Einwohner in Wulften, abzuwenden. In der „Bild- Zeitung“, der Illustrierten „Neue Post“ und in den Tageszeitungen machte der Verband negative Schlagzeilen. Die Versorgung der Einwohner erfolgte nun durch einen Tankwagen. Vom Landkreis Osterode wurde der Anschluss eines überörtlichen Wasserversorgungsträger erwartet.

Bild vom 23.09.1983

Aber wir hatten Glück

Der Anschluss an die EEW Duderstadt in Bilshausen scheiterte an den hohen Baukosten von ca. 1,9 Millionen DM. Mit Hilfe eines Wünschelrutengängers wurde ein neues Wasservorkommen auf dem Röderfeld festgestellt. Die Probebohrungen erbrachten nach einigen Schwierigkeiten einwandfreies und ausreichendes Wasser.

 

Leitung aus Feuerwehrschläuchen, Trinkwasser einwandfrei

Damit der Wasserwagen nicht mehr fahren musste, wurde eine Brunnenpumpe in den provisorischen Brunnen gebaut und eine Leitung aus Feuerwehrschläuchen bis zum Versorgungsnetz am Sportplatz verlegt.

Die Stromversorgung wurde durch ein Dieselaggregat sichergestellt. Als Schutz vor Wind und Wetter diente ein Zelt. Da jetzt der Winter vor der Tür stand und sich eine überörtliche Wasserversorgung nicht realisieren ließ, entschloss sich der WBV eine feste Leitung vom Brunnen bis zur Waßmannstraße zu bauen. Laufende Kontrolluntersuchungen ergaben, dass das Trinkwasser in einem einwandfreien Zustand war.

2020 Beimischung von Trinkwasser aus Schwiegershausen

Ab 2016 und in den Folgejahren stand das Thema Nitratwerte im Trinkwasser im Fokus aller Gespräche und Messungen. Die erhofften positiven Auswirkungen des Wasserschutzgebietes und der Anpflanzungen waren nicht sehr deutlich zu erkennen. Deshalb nahm der Verbandsvorsteher wegen der Lieferung von Trinkwasser aus Schwiegershausen (und damit aus der Sösetalsperre) Kontakt mit Harz Energie auf.

 

Mitgliederversammlung stimmte zu

Die Bereitschaft Trinkwasser zur Beimischung zu liefern bestand. Nachdem die Mitgliederversammlung zugestimmt hat, begannen die konkreten Planungen für eine Trinkwassertransportleitung von Schwiegershausen nach Wulften. Die Leitung soll eingepflügt bzw. im Spülbohrverfahren verlegt werden. Der Vorstand ging von Kosten in Höhe von ca. 350.000 bis 400.000 € aus. Eine Erhöhung des Wasserpreises war unumgänglich. In den Jahren 2019 bis 2020 wurde die Maßnahme umgesetzt und im Juni 2020 in Betrieb genommen. Seither werden ca. 40-50 m³ Sösewasser über die Trinkwassertransportleitung dem Wulftener Trinkwasser beigemischt.

 

2021 Brunnen I und II fielen aus

Im Juli 2021 ist der Brunnen I wegen eines verschmorten Schütz ausgefallen. Der Brunnen II wurde aktiviert, versagte aber auch nach wenigen Stunden seinen Dienst. Darauf wurde für 2 Tage ausschließlich Trinkwasser aus Schwiegershausen bezogen, bis der Brunnen I mit neuer Elektrik versehen wieder Trinkwasser fördern konnte. Die Schäden in Brunnen II waren deutlich ernster und teurer. Erst im März 2022 konnte die defekte Pumpe gezogen, der Schlamm entfernt, der Brunnen gespült und mit der neuen Pumpe fertiggestellt werden. Die neue Pumpe fördert 19 m³ in pro Stunde. Der Wasserbeschaffungsverband hat seit der Gründung für die anstehenden Baumaßnahmen eine Kreditaufnahme von 1.510.000 € benötigt. Es sind z. Zt. noch 213.000 € zurückzuzahlen. Sollte die Wasserqualität weiterhin so gut bleiben, können wir optimistisch in die Zukunft schauen.

Das Volumen des Hochbehälters beträgt 500 m³, 250 m³ beträgt der durchschnittliche Wasserverbrauch in Wulften.

Ein Blick in den Hochbehälter (Foto: Petra Bordfeld 2019)

Ab hier beginnt die Rohrleitung von Schwiegershausen (Foto: Petra Bordfeld 2019)

 

Und hier trat die Rohrleitung Am Röderfeld wieder aus. (Foto: Petra Bordfeld 2019)

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